Mathematik-Olympiade:

Das Training der Bremer Mannschaft zur Bundesrunde 2014

Ein Bericht von Reimund Albers, Bremen

Kann man Schülerinnen und Schüler über das günstig liegende Wochenende zum 1. Mai zum Training einladen? Ist das nicht längst verplant für Familienfeste? Das war die schwierige Frage, die ganz am Anfang der Planung zum verlängerten Trainingswochen­ende stand. Doch eine kurze, nicht repräsentative Umfrage ließ zumindest das Unternehmen nicht aussichtslos erscheinen. Und unser Lieblingsschullandheim Cluvenhagen, 20 km vor den Toren Bremens gelegen, ließ uns keine andere Wahl, denn die anderen Wochenenden waren, zumindest bei einem frühen Start am Donnerstag Nachmittag, längst vergeben. Also wurde es gewagt, und die Teilnahme gab uns Recht. Von den 11 Mitgliedern der Bremer Mannschaft für die DeMO* in Greifswald waren 10 beim Training. Und wenn man schon den ganzen organisatorischen Aufwand treibt, dann kann man den Kreis der Teilnehmer auch erweitern. 17 TeilnehmerInnen waren es insgesamt, darunter die Bremer Siebtklässler, die neu bei JuMa* aufgenommen wurden. Die Planung der Fahrt wurde professionell und sehr umsichtig von Frau Wechselberg durchgeführt, die Dank ihrer vielfältigen Erfahrung mit Mathematik-Fahrten an alle wesentlichen Dinge, aber fast noch wichtiger, auch an die Kleinigkeiten gedacht hatte.

 

Am Donnerstag, den 1. Mai ging es am Nachmittag los. Die Schülerinnen und Schüler trafen in Gruppen ein, gebracht von Eltern, die Fahrgemeinschaften gebildet hatten. Vielen war der Weg von früheren Besuchen vertraut. Zum Glück, denn er endet in einem Kilometer Holperpiste, die einen zweifeln lässt, ob hier noch ein Schullandheim kommt. Pünktlich um 17 Uhr waren alle SchülerInnen und sechs Betreuer zusammen. Nach einer Einweisung durch die Heimverwalterin wurden die Zimmer bezogen und die notwendigen Dinge für das Zusammenleben für die nächsten drei Tage geregelt. Das ganze war ein ungezwungener Auftakt, der sich bis zum Ende positiv auswirkte.

Nach dem ersten Abendessen ging es mit der Arbeit in den Trainingsgruppen los. Jeder Trainer gab für seine Altersgruppe (Klasse 7/8 oder 9/10 oder 11/12) das Thema für alle bekannt, und so konnte jeder, wenn er/sie wollte, die Gruppe wechseln und war so nicht fest an seine Klassengruppe gebunden.

 

Bei den Trainern war viel IMO*-Erfahrung vertreten: Die ehemaligen Bremer Mathematik-Olympiaden-Teilnehmer Marvin und Michael hatten es bis zum IMO-Training gebracht, Xianghui hat als einziger Bremer bisher sogar eine IMO-Teilnahme geschafft. Mischa und Palina, aktuelle Mathematik-Doktoranden an der Bremer Jacobs University, haben erfolgreich an der IMO für ihr Heimatland Weißrussland teilgenommen. Und schließlich konnten wir noch einen wirklich professionellen Trainer gewinnen, nun Mathematik-Professor in Hamburg und als Schüler weltbester Teilnehmer an der IMO. Natürlich war auch Lukas als Trainer mit dabei, der im Rahmen seines freiwilligen, kulturellen Jahres Begabtenförderungskurse für Mathematik in Bremen und Bremerhaven leitet und aus diesen Kursen viele der SchülerInnen kennt, die zum Training eingeladen waren.

Am Freitag Vormittag kam dann eine zweite Gruppe von Eltern mit Kleinkindern in das Schullandheim. Wir rückten ein wenig zusammen und teilten nun bei den Mahlzeiten den Speisesaal mit kleinen Kindern, die uns ab und zu ihre erwachenden, mathematischen Kenntnisse mit Zählkünsten bewiesen. Ansonsten war ihr Unverständnis gegenüber unserem Tun ähnlich ausgeprägt wie bei ihren Eltern: „Wie kann man nur das schöne, lange Wochenende mit Mathematik verbringen?“

 

Nun, man kann es und es macht (uns zumindest) riesigen Spaß.

Die beiden Hauptarbeitstage Freitag und Samstag waren mit konsequentem Lernen und Üben ausgefüllt. Die Tage begannen mit einem Waldlauf noch vor dem Frühstück. Der erste Lernblock ging von 9:30 Uhr bis kurz nach 12, der zweite von 14:30 bis kurz nach 18 Uhr und der Abendblock begann um 20 Uhr und sollte offiziell um 22 Uhr beendet sein. Doch an beiden Abenden, wie schon am Donnerstag, wurde ein wenig gequengelt, ob man nicht doch ein wenig länger machen könne. Nun ja, die Praxis sah dann so aus, dass gegen 22 Uhr bei den Gruppen verständlicherweise „die Luft raus war“. Nach einer „mörderischen“ Geschichte war dann gegen 23 Uhr allgemeine Ruhe.

 

Am Sonntag machten wir in gewohnter Weise noch einen Vormittagsblock, dann ging es an das Aufräumen der Zimmer und das letzte Mittagessen. Danach kamen wieder Eltern, die leicht erschöpfte, aber sichtlich zufriedene Kinder in Empfang nahmen und in Gruppen wieder nach Bremen fuhren.

Fazit: Das Trainingswochenende war in mehrerer Hinsicht eine außerordentlich lohnende Unternehmung. Zum einen haben die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler viel gelernt. Zum anderen fand die Bremer Mannschaft für Greifswald zusammen und man konnte sich untereinander näher kennenlernen. Weiterhin wurde durch die Mitwirkung von ehemaligen Bremer Olympiade-Teilnehmern das Zusammenarbeiten von ehemaligen Schülern und aktiven Organisatoren im Verein „Mathematik in Bremen!“ gestärkt. Wir haben wieder einmal erfahren, dass wir in Bremen an einem Strang ziehen.

 

 

* DeMO: Deutsche Mathematik-Olympiade

IMO: Internationale Mathematik-Olympiade

JuMa: Jugend Trainiert Mathematik

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