Bericht über den Verlauf des ITYM 2015 in Sofia

Colin Rothgang

Das "International Tournament of Young Mathematicians" (ITYM) ist ein internationaler Wettbewerb für High School Studenten. Im Gegensatz zu Klausurwettbewerben geht es hier um das Arbeiten ohne Zeitdruck und im Team - an teilweise ungelösten mathematischen Problemen. Die von den Teams gefundenen Lösungsansätze und Lösungen werden beim eigentlichen Wettbewerb – wie auch in der aktuellen mathematischen Forschung – in einer schriftlichen Ausarbeitung und in einem Vortrag vorgestellt und gemeinsam diskutiert (schriftlich und mündlich). Dabei nimmt in den zwei Gruppenphasen (und dem Finale) jedes Team jede Rolle ein: Es präsentiert eine eigene Lösung, diskutiert über die Lösungen der anderen Teams und bewertet die Diskussion. Hierbei geht es darum, die präsentierten Lösungen zu analysieren, eventuelle Lücken zu benennen und neue Ansätze zu diskutieren. Die Sprache während des Wettbewerbs ist Englisch.

 

Das diesjährige Vereinsteam bestand aus 6 Personen darunter die vier Bremer Maik Sowinski, Malte Hassler, Noemi von Rotberg und ich, Colin Rothgang, hinzu kamen der Niedersachse Felix Lem und der Hesse Benjamin Lieser. Als Teamleader ließ sich Bertram Arnold, ein Masterstudent aus Bonn mit viel ITYM Erfahrung, gewinnen (nicht im Bild). Nachdem die Aufgaben im März herauskamen, haben wir daran gearbeitet, Lösungen dazu zu produzieren, die wir drei Tage vor der Auslosung der ersten Gruppenphase und der Ziehung der dort vorzustellenden Aufgaben abgesendet haben.

 

Nach der etwas verspäteten Anreise am Sonntag, bei der wir auch unseren Teamleader Bertram in Frankfurt abgeholt hatten, sind wir wohlbehalten in Sofia angekommen. Die dortige Unterbringung war zwar eher spartanisch, aber das Essen war gut. Das Wetter spürbar zu warm. Am Abend des Anreisetags haben wir dann noch die unfertigen Reviews zu den Lösungen der anderen Teams beendet und Noemi noch einmal die Präsentation ihrer Aufgabe in der ersten Wettbewerbsrunde üben lassen.

 

Durch Noemis gelungene Präsentation, sowie durch unsere relativ guten „written Reviews“ gelang es uns wie erhofft, Gruppensieger über „Romania I“, „Germany II“ und „Georgia“ zu werden, wodurch wir in der zweiten Runde in eine Gruppe mit „France II“ und „Brasil“ kamen. Bei der zweiten Ziehung haben wir die zweite unserer drei Lieblingsaufgaben gezogen.

 

Nach einem Vorbereitungstag, bei dem wir die Reviews schreiben konnten und Benjamin die Präsentation geübt hat, fand dann am Mittwoch die zweite Runde statt.

In dieser Runde haben wir uns allgemein ganz gut geschlagen und gemeinsam mit den Franzosen von den Brasilianern Punkte gesammelt. Auch wenn wir etwas schlechter abgeschnitten haben als „France II“, konnten wir noch unseren Vorsprung aus der ersten Runde halten und damit als drittes Team vor „France II“ ins Finale einziehen.

Bei der folgenden dritten Ziehung haben wir es dann geschafft, noch vor den Weißrussen die Aufgabe 6 zu ziehen, unsere verbliebene dritte Lieblingsaufgabe (meine Aufgabe).

 

Vor dem Finale fand am folgenden Tag aber zunächst einmal die Exkursion statt, bei der wir das bulgarische Parlament sowie die Sehenswürdigkeiten von Sofia bestaunen durften. Anschließend haben wir die bulgarische Niederlassung von SAP besucht. Bei diesem Besuch hörten wir nicht nur einen interessanten Vortrag, sondern wurden auch großzügig mit Pizza und kühlen Getränken bewirtet.

 

Von da an begann die direkte Vorbereitung auf das Finale. Bei diesem konnten wir uns noch immer ordentlich schlagen, wenn wir uns auch nicht gegen die französischen und das weißrussische Team durchsetzen konnten und somit im Finale den vierten Platz erreichten.

 

Da im Gesamtergebnis das Team „France I“ mit spürbaren Abstand gewonnen hat und dann „Belarus“, „France II“ und wir mit eher kleinen Abständen folgten, hat die Jury beschlossen, uns einen zweiten Preis zu verleihen. Nach der Siegerehrung, der auch die Präsidentin des bulgarischen Parlaments beiwohnte, blieb uns nur noch ein letzter Abend, den wir mit den anderen Teilnehmern verbringen konnten.

 

Am nächsten Tag sind wir dann wieder zurück ins regnerische Bremen geflogen.

 

Insgesamt haben wir uns intensiv mit Mathe beschäftigt - und es hat Spaß gemacht. Am Ende waren wir dann auch mit den Lösungen der Aufgaben deutlich weiter als noch etwa beim Einsendeschluss.

 

Nächstes Jahr würden wir gerne erneut am ITYM teilnehmen und hoffen, dass es dem Verein wieder möglich sein wird, die Teilnehmerbeiträge und die Reise zu sponsoren.

 

 

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